Kunstmessen

Kunst nachhaltig denken auf der art karlsruhe

Mit den beiden kuratierten Formaten re:discover und re:frame rückt die art karlsruhe auch 2026 wieder zentrale Themen des Kunstmarkts in den Fokus. Beide Formate stehen für eine bewusste Auseinandersetzung mit der Frage, wie Kunst gesehen, erinnert und weitergetragen wird.


Vera Mercer_Flowers in our Apartment_Galerie Schlichtenmaier

Bild: Karlsruher Messe- und Kongress GmbH

re:discover und re:frame - Kunst wiederentdecken, Sichtbarkeit schaffen, Verantwortung übernehmen

Was passiert mit Kunst, wenn Karrieren unterbrochen werden? Wer kümmert sich um das Werk, wenn Künstlerinnen und Künstler nicht mehr da sind? Und welchen Beitrag können Kunstmesse, Galerie und Öffentlichkeit leisten, um Lücken in Wahrnehmung und Präsenz zu schließen? Genau hier setzen re:discover und re:frame an. Die Formate bieten nicht nur Ausstellungsfläche, sie liefern auch Impulse für neue Wege im Umgang mit Kunst, Kunstschaffenden und künstlerischem Erbe. "Mit re:discover und re:frame erweitert die art karlsruhe ihren Blick auf Biografien, die aus dem Takt geraten sind - sei es mitten im Leben oder nach dem Tod. Wir zeigen, wie Galeriearbeit heute auch gesellschaftliche Verantwortung mitdenken kann", sagt Olga Blaß, Projektleiterin der art karlsruhe.

re:discover -Wenn künstlerische Karrieren einen neuen Einstieg brauchen

Künstlerische Wege verlaufen nicht immer linear. Es gibt Brüche, Pausen, Umwege, oft bedingt durch persönliche oder gesellschaftliche Umstände. re:discover, 2024 eingeführt und 2026 in der dritten Ausgabe auf der art karlsruhe zu sehen, gibt genau solchen Positionen Raum. Galerien wurden eingeladen, eine künstlerische Stimme zu zeigen, die mehr Aufmerksamkeit erfahren oder weitergeführt werden sollte. Gemeinsam mit einer Fachjury wurden 20 Präsentationen ausgewählt.


Bild:
 Karlsruher Messe- und Kongress GmbH

Besonders herausragend in diesem Jahr: Vera Mercer, vertreten durch die Galerie Schlichtenmaier (Stuttgart). Die 1936 in Berlin geborene Fotografin gilt als Meisterin der komponierten, bildgewaltigen Stillleben. Ihre Arbeiten verbinden opulente Darstellungen von Früchten, Tieren und Objekten mit Erinnerungen an Barockmalerei und eine Biografie zwischen Berlin, Paris und den USA, im Laufe derer sie ihren Ehemann Daniel Spoerri und die wichtigsten Vertreter der damaligen Avantgarde fotografisch begleitet hat. Als Unterstützerin von Künstlerinnen und Künstlern in Omaha hat Mercer einen ungewöhnlichen Weg eingeschlagen, als Künstlerin erst jedoch in den letzten beiden Jahrzehnten konsequent ihr Thema verfolgt: die Schönheit des Überflusses, das Spiel mit Nahrung und Symbolik, das Vergehen im Geschmückten. Die 89-jährige Vera Mercer wird aus Omaha anreisen und die art karlsruhe persönlich besuchen. Am Donnerstag, 5. Februar, kann sie bei einer Signierstunde um 16 Uhr am Stand der Galerie Schlichtenmaier (Halle 1 / H1/B11) persönlich angetroffen werden.

Mit großer Eigenständigkeit, Sensibilität und Tiefe präsentiert Detel Aurand (Galerie Claeys, Freiburg) Werke zwischen Abstraktion und Figuration. Ihre poetischen, spirituell geprägten Arbeiten entstehen aus inneren Bildern - inspiriert durch Natur, persönliche Erlebnisse oder Träume. Aurands Karriere verlief global, mit Stationen in Reykjavik, Berlin oder Indien.

Oliver Braig, präsentiert von augsburg contemporary, überzeugt mit intelligenter, oft humorvoller Konzeptkunst, die Sprache, Material und Raum in Beziehung setzt. Seine "Skulpturen aus Wörtern", zum Beispiel Wandarbeiten aus Karton oder Holz mit Titeln wie "OHNE SINN" oder zerlegten Begriffen wie "Hopeless Message", laden ein zum Innehalten und Nachdenken. Braig verbindet klare Form mit Hinterfragen, reduziert aufs Wesentliche und trifft gleichzeitig seinen ganz eigenen Ton. (KMK)

 Quelle: Karlsruher Messe- und Kongress GmbH (KMK)

 

 

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