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BARBARA PFLAUM - Schaufenster des Alltags

Das MAK widmet Barbara Pflaum (1912-2002), einer Pionierin der österreichischen Pressefotografie, ab 15.04.26 eine Personale im MAK Kunstblättersaal. Mit ihrem außer-gewöhnlichen Beobachtungssinn und ihrem herausragenden Gespür für Form zählte Pflaum zu den Wegweiserinnen des österreichischen Fotojournalismus der 1950er Jahre und prägte über zwei Jahrzehnte das Bild der Wochenpresse.


Barbara Pflaum, Passant:innen stehen vor dem Schaufenster eines Elektrogeschäfts mit Fernseher, Wien, um 1960, Silbergelatineabzug

Bild: © APA-Images / brandstaetter images / Barbara Pflaum

Mit 40 Jahren, geschieden und Mutter von drei Kindern, begann sie ein Studium an der Akademie für angewandte Kunst (heute Universität für angewandte Kunst Wien), entdeckte die Fotografie und widmete sich ihr fortan mit Hingabe. Die Ausstellung im MAK zeigt mit mehr als 100 Fotografien aus den späten 1950er und frühen 1960er Jahren eine bislang wenig bekannte Seite ihres Schaffens: aufmerksame, oft humorvolle Beobachtungen des Wiener Alltags.

Anfang der 1950er Jahre erhielt Pflaum von ihrem damaligen Partner, dem Reisenden, Schriftsteller und Fotografen Herbert Tichy, ihre erste Kamera.

Zunächst fotografierte sie vor allem ihre Kinder und Freundinnen. Diese Port-räts weckten die Aufmerksamkeit des Labor-besitzers, bei dem sie ihre Filme entwickelte. Er ermutigte sie, ihre Arbeiten einer Il-lustrierten zu zeigen.

Zwischen 1954 und 1958 arbeitete Pflaum für die Wiener Illustrierte. Parallel lernte sie den bekannten japanisch-amerikanischen Fotografen Yoichi Okamoto kennen, Leiter der Bild-redaktion des US-Informationsdienstes, der junge Fotograf:innen im modernen Fotojournalis-mus schulte.

Die Zusammenarbeit mit Okamoto prägte Pflaums Stil entscheidend und führte zu ersten Veröffentli-chungen im Wiener Kurier.

Mit ihrer klassischen Mittelformatkamera war Pflaum, die ab Mitte der 1950er Jahre für die Wochen-presse fotografierte, bei Theater- und Opernpremieren, Vernissagen,

politischen Veranstaltungen und gesellschaftlichen Events präsent. Sie porträtierte Staatsoberhäupter, Parteiführer:innen und internationale Künstler:innen, dokumentierte Parlamentsdebatten, Empfänge, Konferenzen und kulturelle Höhe-punkte. Viele ihrer Porträts prominenter Persönlichkeiten erschienen auf der Titelseite des Wochenmagazins - Aufnahmen, auf die sie besonders stolz war und die sie zu Lebzeiten wiederholt in Ausstellungen zeigte. (MAK)

  Quelle: Österreichisches Museum für angewandte Kunst (MAK)

 

 

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