Kunst-Welt

CARRIE YAMAOKA - Maria Lassnig Preis

Die Hamburger Kunsthalle zeigt erstmalig in Deutschland eine Einzelausstellung der Künstlerin Carrie Yamaoka (*1957). Die Präsentation im Lichthof der Galerie der Gegenwart findet anlässlich der Auszeichnung der in New York lebenden, multidisziplinär arbeitenden Künstlerin mit dem Maria Lassnig Preis 2025 statt.


Carrie Yamaoka (*1957), 68 by 12 (green) redux, 2009/2025, Gegossenes, flexibles Urethanharz, reflektierende Polyesterfolie und Mischtechnik, Abmessungen variabel, © Courtesy the artist, Commonwealth and Council (LA), Kiang Malingue (HK/NYC) and Ulterior Gallery (NYC) 

Bild: Carrie Yamaoka

In ihrer künstlerischen Arbeit interessiert sich Yamaoka für veränderliche Materialien und Oberflächen, oft kombiniert sie beispielsweise Fotografie mit Texttafeln und spiegelnden Bildträgern. Außerdem spielen chemische Prozesse und flüchtige Transformationen eine wichtige Rolle in ihrem Werk und hinterfragen die Möglichkeiten von Aufzeichnung und Dokumentation. Mitunter verändert die Künstlerin ihre früheren Arbeiten nach einigen Jahren erneut und stellt damit Vorgaben hinsichtlich der chronologischen Entwicklung eines künstlerischen OEuvres infrage.

Die spiegelnden Oberflächen der zwischen Bild, Fotografie und Skulptur changierenden Werke lassen Raum, Licht und Betrachtende in sich stetig ändernden Perspektiven und Erscheinungsformen ineinanderfließen.

Carrie Yamaoka wurde im US-Bundesstaat New York geboren und wuchs zum Teil in Japan auf. Sie ist Mitglied des queeren Kunstkollektivs fierce pussy, das sie Anfang der 1990er-Jahre mitbegründete (gemeinsam mit Joy Episalla, Zoe Leonard und Nancy Brooks Brody †). Das bis heute aktive Kollektiv entstand inmitten der Aids-Epidemie und der politischen Mobilisierung für die Rechte der LGBTQI+-Community.

Die Maria Lassnig Stiftung vergibt alle zwei Jahre einen mit 50.000 Euro dotierten Preis, der Künstler:innen in der Mitte ihrer Laufbahn würdigen soll, die mehr Anerkennung für ihren Beitrag zur Kunst verdienen. Der Preis wurde von der 2014 verstorbenen Malerin noch selbst angedacht und 2017 erstmals verliehen. Er ist mit einer Einzelausstellung in einer renommierten Institution verbunden. Frühere Gewinner:innen des Maria Lassnig Preises sind Lubaina Himid (2023, UCCA Peking), Atta Kwami (2021, Serpentine Galleries, London), Sheela Gowda (2019, Lenbachhaus München) und Cathy Wilkes (2017, MoMA PS1, New York).

Zur Jury des Maria Lassnig Preises 2025 gehörten Peter Pakesch (Vorstand Maria Lassnig Stiftung), Alexander Klar (Direktor Hamburger Kunsthalle), Hans Ulrich Obrist (Künstlerischer Leiter Serpentine Galleries), Matthias Mühling (Direktor Städtische Galerie im Lenbachhaus, München), Rosa Barba (Künstlerin), Brigitte Kölle (Leitung & Ausstellungskuratorin Kunst der Gegenwart, Hamburger Kunsthalle) und Corinne Diserens (Leitung & Ausstellungskuratorin Kunst der Gegenwart, Hamburger Kunsthalle). (MFW)

  Quelle: Hamburger Kunsthalle (HKH)

 

 

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