Museen

Fondation Beyeler präsentiert Paul Cezanne

Zum ersten Mal in ihrer Geschichte widmet die Fondation Beyeler eine Einzelausstellung Paul Cezanne (1839-1906) - einem Pionier der modernen Kunst und zentralen Künstler ihrer Sammlung. Mit rund 80 Werken konzentriert sich die Ausstellung auf die letzte und bedeutendste Phase im Schaffen des französischen Malers und zeigt Cezanne in Hochform: Zu sehen sind geheimnisvolle Porträts, paradiesische Badende, Sehnsuchtslandschaften aus der Provence und sein Lieblingsberg, die Montagne Sainte-Victoire, die der Künstler in immer neuen Ansichten darstellte. In seinem Atelier im Süden Frankreichs brachte Cezanne mit meisterhaftem Gespür Licht, Farbe und Form in ein kraftvolles Spannungsverhältnis. Er gestaltete revolutionäre Bilder, die Generationen von Künstlern und Künstlerinnen bis heute inspirieren. Die Ausstellung macht anschaulich, wie Cezanne die Malerei veränderte und er so, wie Pablo Picasso sagte, zum «Vater von uns allen» wurde.


Paul Cezanne, Pommes et oranges (Äpfel und Orangen), um 1899, Öl auf Leinwand, 74 × 93 cm

Bild: © GrandPalaisRMN (musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

Anhand von 58 Ölgemälden und 21 Aquarellen aus renommierten institutionellen und privaten Sammlungen aus der Schweiz, Frankreich, Deutschland, England, Spanien, den Niederlanden, Dänemark und den USA ermöglicht es die Ausstellung den Besucherinnen und Besuchern, Cezannes bahnbrechendes Spätwerk zu erleben. Neben ikonischen Werken aus wichtigen öffentlichen Sammlungen wie dem Museum of Modern Art und dem Metropolitan Museum of Art, beide New York, dem Musée d'Orsay in Paris, dem Philadelphia Museum of Art, der National Gallery of Art in Washington und der Tate in London stammt die Hälfte der ausgestellten Gemälde aus privaten Sammlungen, wovon viele selten öffentlich zu sehen sind.


Paul Cezanne, Les joueurs de cartes (Die Kartenspieler), 1893-1896, Öl auf Leinwand, 47 x 56,5 cm, Musée d'Orsay, Paris

Bild: © Musée d'Orsay, Dist. GrandPalaisRmn / Patrice Schmidt

Zu den Höhepunkten der Ausstellung zählt die Zusammenführung von neun Ansichten der Montagne Sainte-Victoire sowie die gemeinsame Präsentation der beiden seltenen Kartenspieler: zum einen das bekannte Werk aus der Courtauld Gallery in London, zum anderen die ebenfalls legendären Kartenspieler aus dem Musée d'Orsay in Paris. Darüber hinaus sind 14 der vielgerühmten Früchtestillleben des Künstlers sowie acht herausragende Porträts und Selbstporträts zu sehen. Mit La pierre à moudre au parc du Château Noir (La meule) (Der Mühlstein im Park des Château Noir (Der Mühlstein)), 1892-1894, wird zudem ein bedeutendes Werk aus Philadelphia präsentiert, das noch nie zuvor nach Europa ausgeliehen wurde. Ein besonderes Ereignis bildet die erstmalige Gegenüberstellung zweier Aquarellfassungen des Knaben mit der roten Weste. Gezeigt werden zudem mehrere Arbeiten, die seit Jahrzehnten nicht mehr ins Licht der Öffentlichkeit gerückt wurden, darunter das um 1895 geschaffene Portrait de Paul Cezanne (Bildnis Paul Cezanne). Gezeigt wird zudem eine Vielzahl der bewusst offen belassenen Gemälde, bei denen Cezanne Teile der Leinwand unbemalt liess, sowie über 30 Landschaftsbilder der Provence.


Paul Cezanne, Groupe de baigneuses, (Gruppe von Badenden), um 1895, Öl auf Leinwand, 47 x 77 cm, Ordrupgaard, Kopenhagen

Bild: Anders Sune Berg

Zeitlich setzt die Ausstellung in der Mitte der 1880er-Jahre ein. Damals hatte sich Cezanne von der Auseinandersetzung mit dem Impressionismus emanzipiert und zu dem Stil gefunden, der ihn zu einer Schlüsselfigur der Moderne macht. Der aus Aix-en-Provence stammende Künstler hatte um die Jahrhundertwende einen radikalen Neuanfang der Kunst gewagt, indem er die Malerei von traditionellen Konventionen wie der Zentralperspektive oder der Darstellung der Anatomie befreite. Cezannes erklärtes Ziel war es, nicht mehr die Natur abzubilden, sondern den Vorgang des Malens von Motiven der Natur in seinen Werken zu analysieren und anschaulich zu machen.

«Cezanne» wurde von Ulf Küster, Senior Curator der Fondation Beyeler, kuratiert. Der Katalog zur Ausstellung, gestaltet von Melanie Mues, London, erscheint auf Deutsch und Englisch im Hatje Cantz Verlag, Berlin. Auf 200 Seiten enthält er Beiträge von Louise Bannwarth, Gottfried Boehm, Ulf Küster und Fabienne Ruppen sowie eine von Sarah Weishaupt gezeichnete Biografie. (FB)

Cezanne
25. Januar - 25. Mai 2026

Fondation Beyeler
Baselstrasse 101
CH-4125 Riehen / Basel

ÖFFNUNGSZEITEN:
Montag, Dienstag, Donnerstag, Freitag, Samstag & Sonntag: 10-18 Uhr
Mittwoch: 10-20 Uhr

  Quelle: Foundation Beyeler (FB)

 

 

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