Vom 29.10. bis 01.11.26 wird die Frankfurter Messehalle 1 wieder zum Treffpunkt für zeitgenössische Kunst aus aller Welt sowie der Rhein-Main-Region. Mehr als 120 Ausstellende aus rund 20 Ländern präsentieren Malerei, Fotografie, Skulptur, Urban Art und vieles mehr. Was die Discovery Art Fair dabei besonders macht, ist die Verbindung von internationalem Kunstgeschehen und regionaler Szene, von etablierten Namen und jungen Talenten, von Galerien und eigenständigen künstlerischen Positionen. So entsteht eine Messe, auf der Bekanntes neben Überraschendem steht und sich ganz unterschiedliche Handschriften begegnen.
Dabei geht es nicht allein ums Anschauen. In unbeschwerter Atmosphäre bringt die Entdeckermesse Kunst und Publikum unmittelbar zusammen: Besucherinnen und Besucher können mit Galerien und Kunstschaffenden ins Gespräch kommen, Arbeiten aus nächster Nähe erleben und Werke vor Ort erwerben. Die Messe versteht sich als Ort, an dem Kunst ohne große Schwellen zugänglich wird und aus dem ersten Blick auf ein Werk durchaus eine persönliche Verbindung entstehen kann.
Was aus der Ferne wie eine goldglänzende Dünenlandschaft wirkt, sind rund 2 Mio. verschossene Gewehrpatronen. Der Wesselinger Aktions-künstler Dennis Josef Meseg bringt mit "Paradise Circus" 15 Tonnen davon auf die Discovery Art Fair. Die irritierende Schönheit der Metall-landschaft steht dabei im Kontrast zu ihrer Herkunft. Meseg fragt, was wir als Normalität akzeptieren, weil wir uns daran gewöhnt haben, und auf welchem Boden unser vermeintliches Paradies eigentlich steht.
Ganz anders, aber ebenso eindrucksvoll, ist die Präsentation von Kunst & Kultur im Herrenhaus aus Niddatal gemeinsam mit der Berliner Galerie LeonART25. Eine Gruppe lebensgroßer Skulpturen des Berliner Bildhauers Joachim Schmettau wird so im Raum angeordnet, dass die Figuren miteinander und zugleich mit dem Publikum in Beziehung treten.
Schmettaus Arbeiten zeugen von präziser Beobachtung, feinem Humor und leiser Irritation. Er zählt zu den prägenden Vertretern des Berliner Kritischen Realismus. Hoch hinaus geht es mit Peter Lindenbergs "Ikarus": Ein 4,60 Meter hoher, steil aufgerichteter Cessna-Flügel wird zum monumentalen Sinnbild für menschlichen Aufbruch und Wagemut. Teilweise mit glänzendem Schlagmessing veredelt, zieht das ungewöhnliche Werk den Blick unweigerlich nach oben und erinnert zugleich an die Verletzlichkeit jedes großen Traums.
In der Messehalle begegnen sich internationale Kunstwelten, die auf den ersten Blick kaum unterschiedlicher sein könnten. Die Wiener Galerie Dantendorfer bringt mit Kurt Hüpfner einen lange unterschätzten Außenseiter mit, dessen expressives Werk die Abgründe der Nachkriegsgesellschaft auslotet. Aus London kommen die leuchtenden, erinnerungsreichen Bilder des mexikanischbritischen Künstlers Gabriel Alvarez. Die Kopenhagener Gallery Poulsen setzt mit Jean-Pierre Roy auf futuristische Landschaften zwischen Surrealismus und Postapokalypse.
Auch Kunstgeschichte trifft auf Pop- und Street-Art: Der kroatischstämmige Dante Galic verbindet Einflüsse von Goya und Francis Bacon mit Surrealismus und Comics. Der Däne Alf Pedersen verwandelt alte Plakate und urbane Fundstücke in wilde Neo-Punk-Pop-Art, während der argentinische Künstler BNS seine Arbeiten Schicht für Schicht aus Acryl, Spraypaint und Collage aufbaut. Bei ihm treffen Street-Art und Fine-Art aufeinander - eine Kombination, die auch prominente Sammler wie Paris Hilton, Macaulay Culkin und NAS überzeugt.
Bei aller Internationalität bleibt auch die regionale Szene ein zentraler Pfeiler der Discovery Art Fair. Mehr als 20 Galerien und Kunstschaffende aus dem Rhein-Main-Gebiet machen die Vielfalt der Kunstszene vor Ort sichtbar. Der KAS Kunstraum-Dreieich ist nach seinem erfolgreichen Messeauftakt erneut dabei und bringt Arbeiten von Ikonen wie Tony Cragg, Markus Lüpertz, Willi Siber und Jörg Immendorff nach Frankfurt. Die Galerie am Dom aus Wetzlar und Bad Nauheim präsentiert unter anderem eine exklusive Bronze-Edition von Stephan Balkenhol, die anlässlich seiner eindrucksvollen diesjährigen Salzburger Installation entstand.
Die Kunstgalerie Wetterau feiert ihre Messepremiere und widmet ihren Stand der Kunstfotografie von Helmut Haase und Alexander Basta. Bei der ebenfalls erstmals vertretenen Marniok Art Gallery aus Hochheim am Main treffen unterschiedliche Stile aufeinander: Die intuitiv-abstrakte Malerei von Isabelle Breitkopf begegnet den spurensuchenden Materialarbeiten von Thorsten Poersch, der Kohle, Asche und Sand in seine Werke integriert.
Der Mainzer Showroom Astrid Bierschenk bringt mit Susanna Storchs Serie "Fassaden" flüchtige Momente des urbanen Lebens nach Frankfurt. Und auch der Kronberger Kunstsalon Trashland ist mit prägnanten Einzelpositionen vertreten. Dazu gehören die ikonischen "Augenmädchen" von Kerstin Lichtblau aus dem Atelierfrankfurt, deren Siebdruckarbeiten gesellschaftliche Rollenbilder hinterfragen.
Der Anspruch, neue künstlerische Stimmen sichtbar zu machen, gehört zum Selbstverständnis der Discovery Art Fair. Besonders deutlich wird er im Förderprogramm "Discover a Talent". Aus den zahlreichen Einreichungen werden ausgewählte Künstlerinnen und Künstler von einer unabhängigen Jury für eine eigene Förderkoje nominiert und erhalten dort eine prominente Bühne. Über die Vergabe entscheidet in diesem Jahr ein hochkarätiges Gremium: Silke Hohmann (Redakteurin des Kunstmagazins Monopol), Jörk Rothamel (Galerist), Dr. Gregor Jansen (ehemaliger Direktor der Kunsthalle Düsseldorf) und Raimund Stecker (Gründungs-direktor des Arp Museums Bahnhof Rolandseck).
Die fünf Gewinner zeigen, wie unterschiedlich zeitgenössische Kunst heute aussehen kann: Der deutsch-mongolische Künstler Gan-Erdene Tsend verbindet präzise beobachtete Räume mit illusionären Erscheinungen. David Luca Muth macht Häuser und Mauern zu Projektionsflächen für Einsamkeit und Zugehörigkeit. Die Südkoreanerin Hanna Kim übersetzt persönliche Erfahrungen in atmosphärische Bilder. Der britische Street-Artist Perspicere entwickelt aus einzelnen Fäden komplexe, dreidimensional wirkende Porträts. Und der Schweizer Christoph Eberle verbindet Fotografie, digitale Bildbearbeitung sowie klassische Ölmalerei zu verblüffend realistischen Sehwelten.
Für Kunstliebhaber und Sammler ist "Discover a Talent" eine besondere Gelegenheit, Arbeiten kennenzulernen, die von ausgewiesenen Branchenkennern juriert wurden. Die Werke der Ausgezeichneten können direkt vor Ort erworben wer-den. Wer sich in eine Arbeit verliebt, muss es also nicht bei der bloßen Entdeckung belassen.
Eine andere Form der Annäherung bietet die Silent Auction. Viele der teilnehmenden Galerien und Kunstschaffenden stellen dafür eigens Werke zur Verfügung. Das Prinzip ist denkbar einfach: Auf ausgewählte Arbeiten können Besucherinnen und Besucher während der Laufzeit verdeckte Gebote abgeben. Das macht die Auktion zu einem spielerischen Element des Messebesuchs und eröffnet zugleich die Chance auf ein echtes Kunstschnäppchen. Das Besondere: Der gesamte Erlös geht an die jeweiligen Ausstellenden.
Wer mitbietet, unterstützt somit unmittelbar die Künstlerinnen und Künstler und kann mit etwas Glück ein Original zu einem attraktiven Preis erwerben. Erst am letzten Messetag wird bekannt gegeben, wer den Zuschlag erhält. (twsg)
Discovery Art Fair Frankfurt 2026
Termin: 29.10. - 01.11.26
Messe Frankfurt, Halle 1
Das neue digitale Kunstmagazin berichtet über aktuelle Kunstmessen und Ausstellungen sowie über Kunst.
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