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GERHARD RICHTER. VERBORGENE SCHÄTZE

Mehr als 120 Arbeiten aus allen Schaffensphasen und Werkgruppen Gerhard Richters vereint die große Herbstausstellung am Düsseldorfer Kunstpalast. Bei vielen der ausgewählten Arbeiten handelt es sich um Verborgene Schätze: Werke aus Privatsammlungen, die zuvor selten oder sogar noch nie öffentlich gezeigt wurden. In der umfassendsten Gerhard-Richter-Ausstellung in Deutschland seit über zehn Jahren geben diese Arbeiten Einblick in das gesamte Spektrum seiner Kunst - von den Anfängen in den frühen 1960er Jahren bis in die jüngste Vergangenheit.


Gerhard Richter, Blumen, 1977, Öl auf Leinwand, 40 x 50 cm, Privatsammlung (c) Gerhard Richter 2024 (0225)
Bild: KUNSTPALAST

Gerhard Richter (*1932) zählt weltweit zu den bedeutendsten Künstlern der Gegenwart. Seit über 60 Jahren lotet er die Grenzen der Malerei aus. In seiner Wahlheimat - dem Rheinland - fand Richters Werk ein ideales Umfeld, um sich zu entfalten. Hier traf er auf Gleichgesinnte wie Sigmar Polke und Günther Uecker, Vorbilder und Reizfiguren wie Joseph Beuys und schließlich auch auf eine so neugierige wie umtriebige Sammler:innenschaft, die sich rund um die jungen Galerien in Düsseldorf und Köln gebildet hatte. Für die aktuelle Ausstellung im Kunstpalast holt diese nun ihre Schätze aus dem Verborgenen hervor.

"Ich bin sehr dankbar für die Bereitschaft der Sammlerinnen und Sammler, uns ihre Werke Richters vorübergehend anzuvertrauen: Gemälde, die aus den privaten Wohnzimmern oder Büros der Leihgebenden stammen und hier zum Teil erstmalig öffentlich gezeigt werden können. Selbst für diejenigen, die Richters Œuvre bereits gut kennen, wird es unter den normalerweise verborgenen Schätzen aus rheinischen Privatsammlungen Neues zu entdecken geben!", so Felix Krämer, Generaldirektor Kunstpalast.


Gerhard Richter, Abstraktes Bild, 1982, Öl auf Leinwand, 200 x 140 cm, Privatsammlung (c) Gerhard Richter 2024 (0228)
Bild: KUNSTPALAST

Gerhard Richter nahm wenige Monate nach seiner Flucht in den Westen 1961 ein Studium an der Kunstakademie in Düsseldorf bei Ferdinand Macketanz auf und wechselte später zu Karl Otto Götz. Die Stadt "war ungeheuer aufregend mit all den Ausstellungen und Veranstaltungen, den vielen Künstlern", erinnerte sich Richter im Jahr 2004. "Und dann kam der große Glücksfall, dass ich dort an der Akademie die richtigen Freunde fand, also Sigmar Polke, Konrad Fischer und Palermo, wir erlebten alles gemeinsam, die ersten Happenings, die Fluxus-Auftritte, die schon eine ungeheure Wirkung hatten."

Im Rheinland begegnete Gerhard Richter nicht nur Künstlerkollegen, sondern auch einer neuen Generation von Sammler*innen, die nicht mehr ausschließlich für private Haushalte sammelten, sondern ab den 1970er Jahren deutlich expansivere Maßstäbe anlegten. Der Düsseldorfer Galerist Alfred Schmela lud Richter 1964 zu seiner ersten Einzelausstellung ein und verschaffte ihm in den folgenden Jahren, um das Geschäft anzukurbeln, zahlreiche Porträtaufträge von Sammler*innen des Rheinlandes. 1968 stellte Rudolf Zwirner ihn erstmals in seiner Kölner Galerie aus, wo der Sammler Peter Ludwig sich zum Kauf von Ema (Akt auf einer Treppe, 1966) und dem monumentalen Gemälde Fünf Türen (1967), entschloss. 1972 erwarb Ludwig schließlich alle 48 Porträts, Richters Beitrag zur Biennale di Venezia, noch während diese im Deutschen Pavillon in Venedig ausgestellt waren. (KP)

   Quelle: KUNSTPALAST (KP)

 

 

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