Kunst-Welt

Kunstmarkt zeigt sich 2025 stabil

Der internationale Kunstmarkt zeigt sich 2025 stabil, aber differenziert. Laut dem Global Art Market Report 2025 liegt das weltweite Marktvolumen bei rund 67 Mrd. US-Dollar, ein leichter Zuwachs gegenüber 2024. Besonders gut entwickeln sich Galerien mit globalem Netzwerk und starken Künstler:innenportfolios.


Impressionen von der Art Basel Paris 2025

Bild: epm

Mittelgroße und junge Galerien stehen dagegen weiter unter Druck. Steigende Fixkosten, höhere Transportpreise und veränderte Sammlerstrukturen führen zu Marktkonsolidierungen und strategischen Kooperationen.

Gleichzeitig entstehen neue Chancen durch digitale Vertriebskanäle und den gezielten Aufbau direkter Kundenbeziehungen. Im europäischen Markt bleibt der deutschsprachige Raum stabil. Städte wie Berlin, Zürich und Wien bieten weiterhin verlässliche Rahmenbedingungen und kulturelle Attraktivität.

Deutsche Galerien investieren zunehmend in hybride Formate: digitale Viewing Rooms, Online-Editionen und sozialmediale Kommunikation sind fester Bestandteil des Marketings. Der Fokus liegt auf langfristiger Markenbildung und transparenter Preisgestaltung.

Der Auktionsmarkt, der knapp die Hälfte des globalen Handelsvolumens ausmacht, hat sich 2025 nach dem Rückgang im Vorjahr wieder erholt. Laut dem UBS/Art Basel Report liegt der Anteil der drei großen Häuser - Christie's, Sotheby's und Phillips - weiterhin bei über 70 %.

Die Wachstumsdynamik speist sich aus onlinebasierten Bietverfahren und hybriden Auktionsformaten. Rund 30 % aller Transaktionen erfolgen inzwischen digital, so der Hiscox Online Art Trade Report 2025. Besonders junge Sammler:innen schätzen den niedrigeren Zugangsschwellenwert und die höhere Markttransparenz.


Impressionen von der TEFAF in Maastricht

Bild: epm

Der europäische Markt bleibt konservativer, zeigt aber Anzeichen zunehmender Internationalisierung. In Deutschland und der Schweiz konzentrieren sich Auktionshäuser stärker auf kuratierte Spezialauktionen statt auf hohe Eventzahlen. Qualitative Selektion ersetzt die frühere Quantität.

Kunstmessen: Neuorientierung und Nachhaltigkeit

Die großen Kunstmessen haben sich 2025 erfolgreich neu positioniert. Die Art Basel bleibt der globale Referenzpunkt, dicht gefolgt von Formaten wie Frieze, TEFAF und ARCO Madrid. Während der internationale Messekalender wieder voll ausgelastet ist, prägen Nachhaltigkeit, Kostenbewusstsein und Standortstrategien zunehmend die Planung.

Viele Veranstalter:innen reagieren auf diese Herausforderungen mit ökologisch und wirtschaftlich effizienteren Messeformaten. Kürzere Laufzeiten, geringere Transportvolumina und modulare Standkonzepte ersetzen zunehmend aufwendige Logistik. Parallel wächst die Bedeutung regionaler Messen - etwa der Art Düsseldorf oder der Vienna Contemporary - die Sammler:innen und Galerien aus dem mittel- und osteuropäischen Raum effektiv vernetzen.

Der digitale Anteil an Messeaktivitäten - von Chat-basierten Beratungstools bis zu virtuellen VIP-Previews - bleibt hoch, hat aber seinen pandemiebedingten Spitzenwert hinter sich gelassen. Online-Angebote dienen primär der Vor- und Nachbereitung physischer Kontakte.

Käuferstrukturen und Markttrends

Das Käuferverhalten verändert sich weiter in Richtung Diversifizierung und Professionalität. Das Durchschnittsalter neuer Sammler:innen sinkt leicht, während der Anteil weiblicher und asiatischer Käufer:innen wächst. Diese Gruppen legen mehr Wert auf kulturelle Relevanz und Nachhaltigkeit als auf kurzfristige Wertsteigerung.


Impressionen von der Art Basel 2025 in Basel

Bild: epm

Der Markt für digitale Kunst und NFTs ist 2025 kleiner, aber strukturierter. Digitale Zertifikate und Provenienzlösungen etablieren sich als Funktionselemente des Marktes, nicht mehr als Spekulationsobjekte. Stiftungen und Unternehmenssammlungen rücken als Institutionen mit langfristigem Anlagehorizont stärker in den Fokus.

Ausblick 2026: Moderate Expansion

Für 2026 erwarten Branchenanalyst:innen laut UBS/Art Basel Report ein moderates Wachstum von 3 bis 5 %. Der Markt dürfte sich weiter konsolidieren, während die Digitalisierung des Handels zunimmt und Nachhaltigkeit an Gewicht gewinnt.

In Europa bleibt das Umfeld grundsätzlich stabil. Die deutsch-sprachigen Länder profitieren von einer hohen Dichte professioneller Galerien, steuerlicher Verlässlichkeit und einer wachsenden Käuferschicht mit Interesse an mittelpreisiger Gegenwartskunst.

Die größte Herausforderung für 2026 bleibt die Balance zwischen wirtschaftlicher Skalierung und kulturellem Anspruch. Die Zukunft des Kunstmarkts entscheidet sich weniger an der Zahl spektakulärer Auktionen, sondern an der Fähigkeit von Institutionen, Vertrauen, Transparenz und Qualität zu verbinden. (epm)

   Quelle: EBERHARD print & medien agentur gmbh (epm)

 

 

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