Kunst-Welt

Neues Kapitel für zeitgenössische Kunst in Paris

Die Fondation Cartier pour l'art contemporain eröffnete am 25. Oktober 2025 ihre neuen Räumlichkeiten am 2 Place du Palais-Royal in Paris, direkt gegenüber dem Louvre. Das Wochenende vom 24. bis 26. Oktober markierte den Übergang vom Pre-Opening für Presse und Künstler zur kostenlosen Öffnung für die Öffentlichkeit. Dieses Event unterstrich das Stiftungsengagement für innovative Kunstpräsentationen inmitten einer historische Pariser Kulisse.



Bild: epm

Neustart im Haussmann-Gebäude

Das neue Domizil der Fondation Cartier, gegründet 1984, befindet sich in einem 1855 errichteten Haussmann-Gebäude, das einst als Grands Magasins du Louvre diente - ein Ort vergangener, repräsentativer Antiquitätengeschäfte. Unter der Leitung von Direktor Chris Dercon zog die Stiftung vom Boulevard Raspail in dieses zentrale Areal zwischen Louvre und Palais Royal um. Die 8.500 Quadratmeter Gesamtfläche, davon 6.500 m² Ausstellungsraum, bieten mit fünf mobilen Plattformen, die bis zu 11 Meter hochfahren, sogar flexible Höhen für monumentale Installationen.

Stararchitekt Jean Nouvel gestaltete die Innenräume radikal um: Große Fenster öffnen den Blick auf die Stadt, verschmelzen Urbanes mit Kunst und machen das Gebäude selbst zum Ausstellungsteil. Diese Hightech-"White Cube"-Ästhetik im Haussmann-Gewand ermöglicht dynamische Transformationen je nach Werk oder Event. Nouvel betonte: Der Raum erlaube Künstlern maximale Ausdruckskraft durch Erfindung und Offenheit.



Bild: epm

"Exposition Générale":

Umwelt und Sammlungslegacy

Die Eröffnungsausstellung "Exposition Générale", kuratiert vom Studio Formafantasma, läuft bis 23. August 2026 und präsentiert rund 600 Werke von über 100 Künstlern aus 40 Jahren Sammlung. Statt einzelner Künstlerstars steht die Umwelt im Fokus: Themen wie Architektur, lebende Welten, Technologie und Wissenschaften verbinden Solo-Shows mit thematischen Ensembles. Die Vielfalt internationaler zeitgenössischer Schöpfungen seit 1984 spiegelt die Offenheit der Stiftung wider und greift vergangene Ausstellungen auf.



Bild: epm

Zusätzliche Einrichtungen wie Restaurant, Buchhandlung und Auditorium ergänzen das Programm als öffentlicher Raum für Austausch. Die Ausstellung ehrt die Geschichte - vom Hotel über Auktionshaus bis Kaufhaus - und positioniert die Fondation als experimentellen Ort in der Stadt. (RE)

  Quelle: epm – EBERHARD print & medien gmbh, Reiner Eberhard (RE)

 

 

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