Ausstellungen

Yayoi Kusama im Museum Ludwig

Im Jahr 2026 widmet das Museum Ludwig in Köln anlässlich seines 50-jährigen Jubiläums der legendären japanischen Künstlerin Yayoi Kusama eine große Ausstellung.


Yayoi Kusama bei der Arbeit an My Eternal Soul (2009-21), 2017

Bild: YAYOI KUSAMA, Courtesy of Ota Fine Arts, David Zwirner

Kusama (*1929, Matsumoto) zählt zu den bekanntesten Künstler:innen unserer Zeit. Ihre ikonischen Polka Dots, ihre Kürbisskulpturen und ihre verspiegelten lnfinity Rooms sind zu einer Art Marken-zeichen geworden und tauchen millionenfach in den Sozialen Medien auf. Die Ausstellung nimmt die Besucher:innen mit auf eine spannende Reise durch Kusamas gesamtes Schaffen mit über 300 Arbeiten, von der ersten Zeichnung von ca. 1934 bis heute, und durch eine Vielzahl künstlerischer Medien, wie Malerei, Zeichnung, Skulptur, Installation, Mode, Performance und Literatur.

Über die gesamte Wechselausstellungsfläche des Museum Ludwig hinaus wird die groß angelegte Ausstellung auch weitere Bereiche des Hauses wie die Dachterrasse mit Domblick bespielen. Eine neue, eigens für die Ausstellung konzipierte immersive Rauminstallation mit integriertem lnfinity Mirror Room wird den größten Saal des Museums füllen. Darüber hinaus werden frühe ikonische Arbeiten, wie Kusamas erste, 1963 entstandene Installation Aggregation: One Thousand Boats Show zu sehen sein.

Im Zentrum von Kusamas Werk stehen die Natur in ihrem ständigen Wandel, Werden und Vergehen sowie die Unendlichkeit des Universums, in der alles Existierende sich letztlich auflöst. Die Punktemuster (Polka Dots), mit denen die Künstlerin Gegenstände und Menschen überzieht, sind ebenso Ausdruck dieser Weitsicht wie ihre UnendlichkeitsSpiegelräume.


Yayoi Kusama, lnfinity Mirrored Room-The Hope of the Polka Dots Buried in lnfinity Will Eternally Cover the Universe, 2025, Detail, Mixed media, Maße variabel, Sammlung der Künstlerin

Bild: © YAYOI KUSAMA, Courtesy of Ota Fine Arts

Erlebnisse ihrer Kindheit, darunter Halluzinationen, in denen sie den eigenen Körper und die Umgebung von Punkten, Blüten und anderen Wiederholungsmustern überwuchert wahrnahm, durchziehen Kusamas gesamtes Schaffen. Fragilität und Auslöschung sind gleichermaßen Teil dieser Erfahrungen wie die Teilhabe und Verschmelzung mit einem großen Ganzen. Ihre Kunst ist für Kusama Lebensnotwendigkeit, jedes ihrer Werke auch eine Auseinandersetzung mit sich selbst.

Nach Kindheit und Jugend im ländlichen, patriarchalisch geprägten Japan der Nachkriegszeit entflieht Kusama der Enge und geht in den 1960er Jahren ins New York der Flower Power-Bewegung und des Vietnamkriegs; dort bezieht sie politisch Stellung und macht Schlagzeilen mit provokanten Happenings. 1973 kehrt Kusama nach Japan zurück und verarbeitet ihre existentiellen Ängste in oft schonungslosen Romanen und Gedichten.

Kraftvolles Alterswerk

In ihrem kraftvollen Alterswerk erschafft sie wiederum lebensvolle und farbenprächtige Bilderzyklen. Ihren roten Faden beschreibt Kusama, wenn sie sagt: "In meinen mehr als siebzig Jahren als Künstlerin habe ich immer Ehrfurcht vor dem Wunder des Lebens gehabt. Mehr als alles andere hat mich dieser starke Sinn für die Lebenskraft im künstlerischen Ausdruck unterstützt und mir Kraft gegeben, Gefühle von Depression, Hoffnungslosigkeit und Traurigkeit zu überwinden. Ich habe mich von meinem Glauben an diese Kraft leiten lassen."


Yayoi Kusama, Pumpkin, 1981, Acryl und Stoff auf Leinwand, 130.3 × 97 cm, Sammlung Daisuke Miyatsu, Chiba, Japan

Bild: © YAYOI KUSAMA

Yayoi Kusama wird vom Museum Ludwig in Zusammenarbeit mit der Fondation Beyeler, Riehen/Basel und dem Stedelijk Museum Amsterdam (12.09.26 - 17.01.27) organisiert.

In der Kölner Station der Ausstellung werden einige große installative Arbeiten gezeigt, die nicht Teil der Ausstellung in Basel sind, wie Kusamas erste, 1963 entstandene Installation Aggregation: One Thousand Boats Show, das Environment /'m Here

but Nothing (2000 bis heute), ein in Schwarzlicht getauchter Wohnraum mit zahllosen fluoreszierenden Klebepunkten und die imposanten bunt bemalten Bronze-Blumen Flowers, die auf der Dachterrasse des Museum Ludwig installiert werden.

Die Ausstellung in Köln wird ermöglicht durch das Engagement des Leading Partners des Museum Ludwig, der Peter und lrene Ludwig Stiftung, dem Excellence Partner Mazda, dem Landschaftsverband Rheinland (LVR) und der Gesellschaft für Moderne Kunst am Museum Ludwig e.V "Außerdem dankt das Museum Ludwig der Japan Foundation, der Sparkasse KölnBonn, dem Superior Partner des Hauses, RIMOWA, seinem Zukunftspartner, OSMAB und der Stadt Köln für die großzügige Unterstützung #der Ausstellung." (ML)

Kurator: Stephan Diederich

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog:
Yayoi Kusama, hrsg. von Leontine Coelewij, Stephan Diederich und Mouna Mekouar, mit Textbeiträgen von Emanuele Coccia, Leontine Coelewij, Stephan Diederich, SooJin Lee, Katie Mack, Stefano Mancuso, Ralph McCarthy, Mouna Mekouar, Charlotte Sarrazin, Agata Marta Soccini und Helen Westgeest, 20,5 x 26 cm, Broschur mit Schutzumschlag, 268 Seiten, 280 Abb., Hatje Cantz, ISBN 978-3-906053-86-8, Euro 38,00 (deutsche Museumsausgabe), ISBN 978-3-7757-6032-4, Euro 48,00 (deutsche Verlagsausgabe).

   Quelle: Museum Ludwig (ML)

 

 

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