Museen

Zehn Jahre Museum Barberini

Seit seiner Eröffnung 2017 hat sich das Museum Barberini zu einem international bedeutenden Zentrum des Impressionismus entwickelt. Mehr als drei Millionen Menschen haben das Museum seither besucht. Die Werke der Sammlung Hasso Plattner bilden den Ausgangspunkt für Ausstellungen, Forschung und internationale Kooperationen. 2027 feiert das Museum Barberini sein zehnjähriges Bestehen mit einem internationalen Jubiläumsprogramm und einem vielfältigen Veranstaltungs- und Digitalangebot. Höhepunkt des Jubiläumsjahres ist die Ausstellung Die Impressionisten. Monet, Morisot, Renoir und ihr Netzwerk, die mit mehr als 100 zum Teil selten ausgestellten Werken den Aufstieg des Impressionismus nachzeichnet und einen besonderen Schwerpunkt auf das Werk Claude Monets legt.


Édouard Manet, Portrait von Berthe Morisot liegend, 1873, Musée Marmottan Monet, Paris, Annie Rouart Nachlass, 1993

Bild: Museum Barberini

Wie wurde aus einer kleinen Gruppe junger Künstlerinnen und Künstler, deren Malerei zunächst auf Ablehnung stieß, die vielleicht populärste persönlichen Beziehungen, die eine künstlerische Revolution von Paris in die Welt trugen. Die Jubiläumsausstellung ist zugleich eine Summe der Arbeit des Museums Barberini seit seiner Eröffnung 2017. Ausgehend von der Sammlung Hasso Plattner hat sich das Haus in den vergangenen zehn Jahren intensiv dem Impressionismus gewidmet - mit international besetzten Ausstellungen, wissenschaftlichen Symposien und gewichtigen Publikationen. Zum Jubiläum kommen nun Leihgaben aus vielen Museen, mit denen das Barberini in den vergangenen Jahren zusammengearbeitet hat, in einer Ausstellung zusammen.

Mehr als 100 Meisterwerke sind anlässlich der Ausstellung in Potsdam zu sehen. Darunter sind bedeutende Gemälde wie Claude Monets Bazille und Camille (1865, National Gallery of Art, Washington), Die Terrasse in Vétheuil (1881, Privatsammlung, Schweiz), Kathedrale von Rouen (1894, Klassik Stiftung Weimar), Sommer (1874, Alte Nationalgalerie) und Quai du Louvre (1867, Kunstmuseum Den Haag), Werke von Berthe Morisot wie Das Dampfschiff (1875, Privatsammlung) und Sonnenuntergang über dem See im Bois de Boulogne (1894, Privatsammlung) und selten gezeigte Gemälde von Édouard Manet wie Junge in den Blumen (1876, National Museum of Western Art, Tokio) und Portrait von Berthe Morisot liegend (1873, Musée Marmottan Monet, Paris). Gustave Caillebottes Schlüsselwerk Pont de l'Europe (1876, Associati-on des Amis du Petit Palais, Genf) ist ebenso in Potsdam zu Gast wie Pierre-Auguste Renoirs Die Bucht von Neapel (1881, Metropolitan Museum of Art, New York) und Paul Cézannes Stillleben mit Äpfeln in Schale (1879-1882, Ny Carlsberg Glyptotek, Kopenhagen).

Zu den weiteren Leihgebern gehören das Art Institute of Chicago, das Clark Art Institute, Williamstown, das Tokyo Fuji Art Museum, das Musée des Impressionismes Giverny, das Musée d'Orsay in Paris, das Belvedere in Wien, das Kröller-Müller Museum in Otterlo, das Kunsthaus Zürich, das Museum Ordrupgaard bei Kopenhagen und die Royal Academy of Arts in London. Einen Schwerpunkt bildet Claude Monet: Inklusive der Gemälde Monets in der Sammlung Hasso Plattner sind während der Ausstellung 61 Werke des Künstlers im Museum Barberini zu sehen.

Zehn Bilder erzählen zehn Geschichten

Im Mittelpunkt der Ausstellung steht die Frage: Was musste geschehen, damit aus einer neuen Art zu malen eine internationale Bewegung werden konnte? Die Antwort gibt die Ausstellung nicht als kunsthistorische Chronologie, sondern in zehn Geschichten. Ausgangspunkt ist jeweils ein Gemälde aus der Sammlung Hasso Plattner. Von dort folgt die Ausstellung den Menschen, die mit diesem Bild verbunden waren: den Künstlern, die es schufen, den Freunden, mit denen sie ihre Ideen entwickelten, den Sammlern, die früh an sie glaubten, den Händlern, die einen Markt für die neue Kunst schufen, und den Kritikern und Ausstellungsmachern, die sie bekannt machten. Die Provenienz eines Gemäldes wird so zur Erzählspur. Sie kann von einem französischen Schloss über eine Pariser Galerie und eine amerikanische Privatsammlung bis in ein Museum der Gegenwart führen - und dabei zeigen, wie der Impressionismus Schritt für Schritt die Welt eroberte.

Die Geschichten der Ausstellung zeigen, dass Kunstgeschichte nicht allein im Atelier geschrieben wird. Der Impressionismus setzte sich durch, weil Künstler zusammenarbeiteten, weil Sammler Risiken eingingen, weil Händler neue Märkte erschlossen und weil einzelne Menschen Bilder von Paris nach Chicago, Berlin, London oder New York brachten. Diese Verbindung von Meisterwerken und menschlichen Geschichten prägt die Jubiläumsausstellung. Sie ermöglicht Begegnungen nicht nur mit Monet, Morisot, Renoir, Manet, Caillebotte, Cassatt oder Sisley, sondern auch mit den Menschen hinter der Erfolgsgeschichte des Impressionismus.

Zu seinem zehnten Geburtstag macht das Museum Barberini dieses Netzwerk nun zum Thema - in der Ausstellung und, über ihre Laufzeit hinaus, in einem langfristig angelegten internationalen Forschungsprojekt. (MB)

   Quelle: Museum Barberini (MB)

 

 

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