Museen

1. Retrospektive von Ruth Asawa in Europa

Mit ihren filigranen Drahtskulpturen nimmt Ruth Asawa (1926-2013), die US-amerikanische Künstlerin mit japanischen Wurzeln, eine eigenständige und einflussreiche Position in der Skulptur des 20. Jahrhunderts ein.


Nat Farbman/The LIFE Picture Collection/Shutterstock, Artwork 
© 2026 Ruth Asawa Lanier, Inc., Courtesy David Zwirner

Bild: Fondation Beyeler

Sie verwandelte einfachste Materialien in faszinierende Skulpturen und hob dabei die Grenzen zwischen Abstraktion und Figuration, Kunst und Kunsthandwerk, Aktion und Kontemplation auf. Die erste posthume Retrospektive ihres Werks und zugleich ihre erste Retrospektive in Europa bietet einen umfassenden Blick auf ein Œuvre, das von Experimentierfreude, Materialforschung und einem außergewöhnlichen Verständnis von Form, Raum und Gemeinschaft geprägt ist. In der Fondation Beyeler versammelt "Ruth Asawa" über 200 Werke aus allen Phasen ihres künstlerischen Schaffens.

Anlässlich des 100. Geburtstags von Ruth Asawa spannt die Retrospektive einen Bogen über sechs Jahrzehnte ihres außergewöhnlichen künstlerischen Schaffens und vereint Arbeiten aus allen Werkphasen und Medien, darunter ihre ikonischen Drahtskulpturen, Bronzegüsse, Papierfaltungen sowie eine umfangreiche Auswahl an Arbeiten auf Papier. Die Ausstellung, die zuvor an internationalen Stationen präsentiert wurde, wird in Basel um rund 15 Werke ergänzt, die nur hier zu sehen sind und die die enge Verbindung von Asawas Kunst zur Natur noch hervorheben.

Ruth Asawa wurde 1926 in Norwalk, Kalifornien, geboren und wuchs auf einer Farm auf. Im Jahr 1942, wenige Monate nach dem Angriff von Japan auf den US-amerikanischen Militärstützpunkt Pearl Harbor, wurden die damals 16-Jährige und ihre Familie wie über 100'000 andere Menschen japanischer Herkunft zu Unrecht in Internierungslagern inhaftiert. Nach Beendigung des Zweiten Weltkriegs studierte Ruth Asawa von 1946 bis 1949 am innovativen Black Mountain College in North Carolina. Dort prägte das experimentelle Umfeld mit Lehrenden und Künstlerpersönlichkeiten wie Josef Albers, Richard Buckminster Fuller, Merce Cunningham und dem Mathematiker Max Dehn ihre künstlerische Entwicklung maßgeblich. 1947, während einer Reise nach Toluca, Mexiko, erlernte sie eine Technik der Korbflechterei, mit der sie Draht zu schwebenden, organisch anmutenden Skulpturen zu verarbeiten. Kunst, Alltag und gesellschaftliche Verantwortung verstand Asawa als untrennbar miteinander verbunden.

Nach ihrem Umzug nach San Francisco im Jahr 1949 verfeinerte und erweiterte sie ihre Formensprache der Drahtobjekte kontinuierlich. Die Stadt blieb bis an ihr Lebensende das Zentrum ihres künstlerischen Schaffens, wo sie mit ihrem Mann Albert Lanier eine Familie gründete und sechs Kinder grosszog, und gleichzeitig ein lebendiges künstlerisches und gesellschaftliches

aufbaute. Parallel dazu entstanden vielgestaltige Zeichnungen, die eigenständig sind und gleichzeitig eng mit ihren plastischen Arbeiten im Austausch stehen. (FB)

Fondation Beyeler
Beyeler Museum AG
Baselstrasse 101, CH-4125 Riehen 

   Quelle: Fondation Beyeler (FB)

 

 

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